Verwirrspiel bei der Bruno Gmünder GmbH

Bruno Gmünder VerlagLogo des Bruno Gmünder Verlags

In meinem Beitrag „Frank Zahn beim Bruno Gmünder Verlag ausgestiegen“ schrieb ich, dass Frank Zahn nicht mehr Geschäftsführer der Bruno Gmünder GmbH ist. Jedenfalls geht das aus dem in der ersten Januarwoche geändertem Impressum der Webseite www.brunogmuender.com, der Webseite www.brunos.de und der Facebookseite des MÄNNER-Magazins hervor.

In einem Gespräch mit queer.de sagte Frank Zahn diesbezüglich

“Mein Rückzug ist nur temporär und hat allein berufsrechtliche Gründe”

Nun sollte man glauben, dass dem auch so sei, zumal Frank Zahn seinen Rückzug in einem persönlichen Gespräch bestätigte.

Bin ich Geschäftsführer oder bin ich es nicht?

Als Rechtsanwalt sollte man diese Frage mit einem „Ja“ oder „Nein“ und nicht mit einem „Vielleicht“ oder „Eventuell“ oder gar „Kommt drauf an“ beantworten können. Im Gespräch mit queer.de sagte Frank Zahn weiterhin

“Wir werden alles schnellstmöglich klären. In einigen Wochen oder Monaten werde ich dann wieder neu als Geschäftsführer berufen.”

Nun kann man ja als Geschäftsführer jederzeit neu berufen werden, wenn man denn zuvor mal abberufen wurde. Im Beitrag „Frischer Wind oder Flaute beim Bruno Gmünder Verlag?“ habe ich überlegt, aus welchen Gründen wohl Frank Zahn nach gerade zwei Monaten seinen Rückzug erklärte.

Die Frage nach dem Geschäftsführer muss man sich stellen, da nach einem mir aktuell vorliegenden Handelsregisterauszug vom 21. Januar 2015 Frank Zahn neben Michael Taubenheim weiterhin Geschäftsführer der Gesellschaft ist. Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Tatsache, dass bei der neu gegründeten Bruno Gmünder GmbH neben Bruno Gmünder als Minderheitsgesellschafter nicht Frank Zahn als natürliche Person Gesellschafter ist, sondern die von ihm im Jahr 2011 gegründete Brot und Spiele Vermögensver-
waltungs GmbH
(HRB 136436), deren alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer er ist. Er operiert bei der Bruno Gmünder GmbH als entsandter Geschäftsführer seiner Brot und Spiele Vermögensverwaltungs GmbH.

Offiziell hat sich die Bruno Gmünder GmbH zu dem „temporären Rückzug“ von Frank Zahn bisher nicht geäußert. Angesichts der Tatsache, dass er offiziell weiterhin als Geschäftsführer fungiert, kann sie es auch nicht.

Auf die in Deutschland geltende Impressumpflicht möchte ich nicht tiefer eingehen. Zur Angabe sämtlicher die Gesellschaft vertretenden Geschäftsführer im Impressum gibt es unterschiedliche Rechtsauffassungen. So urteilte das Kammergericht Berlin im Jahr 2013, dass die Angabe eines Geschäftsführer ausreichend sei. Andererseits teilte die IHK im Jahr 2014 mit, dass auf Geschäftsbriefen sämtliche Geschäftsführer anzugeben sind. Ich persönlich würde eine Webseite wie einen Geschäftsbrief betrachten und mich der Auffassung der IHK anschließen. Fraglich bleibt allerdings, warum man Frank Zahn erst in die Impressi der Webseiten aufnimmt und ihn kurze Zeit später wieder rausnimmt. Über die Beantwortung der Frage kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Merkwürdig ist es schon, da man auf der Webseite der MÄNNER neben dem verantwort-
lichen Chefredakteur auch seinen Stellvertreter namentlich benennt, sich bei der Angabe der Geschäftsführung jedoch nur auf einen Geschäftsführer beschränkt. Ein konsequenter, inhaltlich identischer Webauftritt sieht meines Erachtens anders aus.

Gleiches Verwirrspiel wie bei den Mediadaten?

Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) ist eine staatlich unabhängige, nicht kommerzielle und neutrale Prüfinstitution für den deutschen Werbeträgermarkt. Die IVW hat den Zweck, die Wahrheit und Klarheit im Werbewesen zu fördern.
Dabei verfolgt die IVW zwei Zielrichtungen: Zum einen stellt sie Werbe- und Mediaplanern objektiv ermittelte Verbreitungsdaten der Werbeträger zur Verfügung und gibt den Werbekunden Sicherheit über die vertragsgemäße Durchführung ihrer Werbeaufträge. Zum anderen ermöglicht die Arbeit der IVW den fairen Leistungswettbewerb der Werbeträger untereinander.

Die unabhängige Ermittlung von Auflagenzahlen soll die Grundlage einer fairen Preisgestaltung für Anzeigen-
kunden darstellen. Aus der Informationsgemeinschaft ist der Bruno Gmünder Verlag bereits zum 01.07.2005 augetreten. Warum eigentlich? Seitdem veröffentlicht das Unternehmen seine Mediadaten auf der Webseite brunogmuender.com. In den hier veröffentlichten Mediadaten, bei denen Frank Zahn weiterhin als Geschäftsführer genannt ist,  gibt das Unternehmen Bruno Gmünder GmbH an, dass das Magazin MÄNNER eine Auflagenzahl von 20.000 Exemplaren hat, davon 4.286 Exemplare im Abonnement.

Die tatsächlichen Zahlen sehen allerdings anders aus. Aus einem mir vorliegenden internen Papier des Verlags geht hervor, dass die Auflagenzahl deutlich niedriger ist. Hier wird die Auflagenzahl des Magazins MÄNNER mit einer Stückzahl von 5.900 Exemplaren angegeben, wovon 2.350 Abonnenten sind.

Die heilige Bibel, der Spartacus Guide, wird zwar nicht mehr mit einer Auflage in den Mediadaten erwähnt, sondern mit 150.000 Lesern angegeben. Hier muss man sich die Frage stellen, wie 150.000 Leser ein Buch lesen können, das in diesem Jahr nur mit 16.000 Exemplaren gedruckt wird?

Ähnlich sieht es mit den Social-Media-Angaben aus. Die Facebook-Seite des MÄNNER-Magazins wird mit 143.000 Fans angegeben, obwohl diese Seite aktuell 10.407 Fans hat. Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens

Mit den nicht der Realität entsprechenden Angaben zu den Auflagenzahlen, zahlst Du lieber Anzeigekunde keine fairen, marktkonforme Preise. Eine ganzseitige Anzeige wird für das Magazin MÄNNER mit einem Preis von 2.350 EUR angegeben. Dieser Preis ist für die vom Verlag angegebene Auflagenzahl sicherlich marktüblich. Bei der tatsächlichen Auflagenzahl dürfte sich der Preis kaum über 1.000 EUR für eine ganzseitige Anzeige bewegen.

Der Bruno Gmünder Verlag mit seinem hochglanzpolierten Magazin MÄNNER, welches von gestählter Mannes-
kraft nur so strotzt, mag seine Daseinsberechtigung haben, wenngleich ein Nischendasein. Mir stellt sich allerdings die Frage, welche Profilneurosen die Verantwortlichen des Verlags haben müssen, um mit Auflagezahlen und Facebook-Fans zu buhlen, die nicht der Tatsache entsprechen. In anderen Zusammen-
hängen sprechen Manche auch von Realitätsverlust. Erinnert mich ein wenig an den Porschefahrer, der sein Ego aufgrund eines zu klein geratenen Pimmels aufpolieren will.

Für Deine Freunde interessant? Dann teile doch den Beitrag

Was denkst Du? Dein Kommentar wäre toll!