Roswitha Selle beim Kunstprojekt anti.mono.stereo

Roswitha Selle, Tomaso Baldessarini, anti.mono.stereoFoto: Tomaso Baldessarini

In meinem Beitrag Filmdarstellerin und Malerin Roswitha Selle habe ich Euch Roswitha vorgestellt. Roswitha ist Teil der Ausstellung Blond & Blond Contemporary  und somit eins von dreihundert Gesichtern des jungen, talentierten Fotografen Tomaso Baldessarini in seinem Kunstprojekt anti.mono.stereo. Zuerst aber etwas zu Tomaso Baldessarini und seinem Kunstprojekt.

300 Portraits, 300 Gesichter, 300 verschiedene Persönlichkeiten.

Das Projekt begeistert mich, ja es fasziniert mich. Ungewohnt ist diese Nähe, die Intensität der Aufnahmen.

„Für mich ist es wichtig, dass in den Menschen eine Flamme lodert. Und sie müssen die Offenheit haben, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.“
– Tomaso Baldessarini

Tomaso Baldessarini, ein aufstrebender Fotograf, arbeitet mit seinem Team seit über einem Jahr an diesem Projekt. Die Portraitaufnahmen bilden jede Person auf ihre ganz individuelle, ehrliche und unverfälschte Art und Weise ab. Wer vor seine Kamera tritt, wird vorher abgeschminkt, nur ein wenig Puder ist erlaubt. So denkt Baldessarini das zu finden, was er sucht:

„Einen gemeinsamen Punkt, an dem wir uns alle gleich sind.“

Der Schrecken der plötzlichen Nähe verliert sich mit jedem Bild. Das Porträt ist für Tomaso Baldessarini die wahrhaftigste Form, die Identität eines Menschen zu erkunden. Gesichter lügen nicht, jedes Glück, jedes Scheitern bildet sich darin ab.

Tomaso Baldessarini wurde 1984 in einer thüringischen Kleinstadt südlich von Jena unter einem anderen Namen geboren. Als er 18 Jahre alt zog er nach Heidelberg, um der dörflichen Enge zu entkommen. Später zog es ihn ins italienische Lucca, wo er BWL, VWL und Wirtschaftsinformatik studierte. Als er sich vor fünf Jahren seine erste Kamera kaufte, änderte sich sein Leben. Kurze Zeit später zog er erneut um. Dieses Mal nach Berlin, um Fotografie zu studieren.

Nun aber zurück zu Roswitha Selle.

Roswitha, wie kam es zu diesem Projekt?

Hm, ja wie bin ich zu diesem Projekt gekommen? Ich glaube eher das Projekt kam zum mir. Martina Tagliamento hatte mir vor einiger Zeit davon erzählt und bei Facebook über Tomaso Baldessarini berichtet. Ich sah einen Videotrailer, bei dem sie mit dabei war. Mir fiel zuerst die coole Musik auf. Das war Gänsehautgefühl pur. Dann sah ich die Gesichter, die Fotos. Die waren vollkommen anders. Angefangen von den Persönlichkeiten bis zur Präsentation und der Intensität der Fotos. Ich musste mir das mehrmals ansehen.

Aber irgendwann geriet dies in Vergessenheit. Dann kam eine Zeit, in der ich weniger Filmprojekte machte, eine Phase, die so mancher Künstler ab und an hat und in der man an sich zweifelt. Da erinnerte ich mich an das Kunstprojekt und rief sofort an. Am Telefon war eine freundliche junge Dame, die mir sagte, dass ich mich kurz per E-Mail vorstellen sollte. Also schrieb ich und Tomaso Baldessarini antwortete sofort! Sehr freundlich und verbindlich, dass er sich sehr freuen würde und ich solle doch seine Fanseite bei Facebook liken, da könnte ich dann mehr erfahren. Das tat ich auch und wir tauschten uns dort weiter aus. Es war ein Gefühl als würden wir uns schon sehr lange kennen.

Das Fotoshooting

Am 17. November 2013 wurde ich in das Delight Rental Studio in Prenzlauer Berg eingeladen. Wenn man in das Studio hinein kommt, wirkt das Studio auf jemanden, der so etwas noch nie gemacht hat ein wenig einschüchternd. Ein wenig Erfahrung hatte ich ja bereits.
An der Empfangslounge saßen all diese besonders coolen Typen von Mensch. Jeder hatte etwas Besonderes, aber es waren auch ein paar „Normalos“, wie ich dabei. Selbstverständlich versuchte ich auch cool zu sein, so als ob ich das täglich mache würde und setzte mich an den Thresen. In einem warmen, freundlichen Ton wurde ich gefragt, was ich trinken möchte.  Mit meinem Thresennachbar kam ich sofort in’s Gespräch. Wir mussten uns allerdings sehr leise unterhalten, da sich Tomaso Baldessarini sehr auf seine Arbeit konzentrierte.

Zwischendurch kam Tomaso in die Lounge und begrüßte mich herzlich mit einer Umarmung. Als es dann so weit war, wurde ich von dem Visagisten abgeschminkt, ein wenig gepudert und dann von Tomaso fotografiert. Das ging recht schnell. Ein paar kurze Anweisungen und es war erledigt.

Die Videosequenz

Achja, die Videosquenz – damit hatte ich nicht gerechnet. So wartete ich abermals, diesmal auf einer oberen Etage, wo ich das Geschehen immer wieder beobachten, aber nicht hören konnte. Das Einzige was ich hörte, war immer wieder „Ruhe bitte, wir drehen!“ Das war Agnes Friedrich, seine Assistentin an diesem Tag. Als ich dann an der Reihe war, wurde mir kurz erklärt, wie es abläuft. Ich sollte zu fünf vorgegebenen Worten bzw. Themen eine anderes Wort oder eine Assoziation sagen. Also das, was mir spontan  in diesem Augenblick einfiel. Das war gar nicht so leicht. Ich glaube bei bestimmten Themen kann man erkennen, wie ich nachdenke und nach passenden Worten suche.

Wie so oft im Leben, hatte ich das Gefühl, ich hätte etwas Besseres sagen sollen, oder dieses und jenes noch einfügen sollen. Naja und dann kamen wieder die Zweifel, ob ich bei all den coolen Typen und Schauspielerinnen und Schauspieler, überhaupt dabei sein werde.

Auf der Facebook-Fanseite von Tomaso Baldessarini verfolgte ich das Projekt weiter und konnte erkennen, wieviel Leidenschaft und Seele Tomaso in sein Projekt steckte. An manchen Tagen war er hoch erfreut über Gelungenes und dann wieder kurz vorm Verzweifeln.

Die erste Teilausstellung

Als ich die erste Teilausstellung sah, war ich ganz überrascht, ein Teil davon sein. Bei dem Betrachten der Fotos bekam ich sofort einen kleinen Schreck. Die Fotos waren so intensiv, so nah. Aber nach längerem Betrachten, fand ich mich schön. Von der Videosequenz, war ich sehr berührt und mir kamen fast die Tränen.

Wenn man das Gesamtkunstwerk betrachtet, nein nicht nur ansieht, sondern tatsächlich betracht, all die wunderbaren Menschen sieht, merkt man sofort, dass diese Arbeit etwas ganz besonderes ist!

Was ist Tomaso Baldessarini für ein Mensch?

Nun, das ist eine gute Frage. Ich kenne ihn über Facebook und aus kurzen Gesprächen beim Fotoshooting, von einer Ausstellung in seiner Akademie, aber auch vom Erzählen. Ich denke, er ist ein sehr aufgeschlossener, toleranter Mensch. Tomaso Baldessarini schaut den Menschen in’s Herz. Bei ihm fühlt sich jeder Mensch, als sei er etwas Besonderes. Er kennt viele Namen und kann diese auch Menschen zuordnen. Bei seiner Arbeit ist er äußerst konzentriert.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Kunstgalerie
BLOND & BLOND CONTEMPORARY
Gartenstrasse 114
10115 Berlin

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