Magazin MÄNNER distanziert sich deutlich vom ehemaligen Chefredakteur David Berger

Kriss RudolphFoto: Kriss Rudolph - seit Februar 2015 Chefredakteuer des Magazins MÄNNER

In den letzten Tagen hat das Magazin MÄNNER sämtliche vom ehemaligen Chefredakteur David Berger veröffentlichten Beiträge von der Webseite genommen. Mit dieser „Löschaktion“ distanziert sich das Magazin eindeutig von seinem bisherigen Chefredakteur.

Im November 2014 verkündete die Deutsche AIDS-Hilfe, dass sie künftig keine Anzeigen mehr im Magazin MÄNNER veröffentlichen werde. Ihre Entscheidung begründete die Deutsche AIDS-Hilfe mit den teils rechtspopulistischen Aussagen und dem propagierten, traditionellen Männlichkeitsbild David Bergers.

David Berger sah diese Entscheidung als Eingriff in die Pressefreiheit. In seinem Facebook-Profil veröffentlichte er hierzu

Das worum es jetzt geht, sind nicht Einzelpersonen oder ein Magazin, sondern die Frage, ob wir weiterhin Pressefreiheit und einen unabhängigen, nicht von Werbekunden käuflichen Homo-Journalismus in Deutschland wollen …

Der Streit eskalierte und endete mit dem Rauswurf Bergers aus dem Verlag, als es im Rahmen der Kooperation der Zeitschrift „Männer“ mit der „Huffington Post“ zur Veröffentlichung eines Beitrags eines Autors kam, dessen publizistische Grundhaltung den journalistischen Ansprüchen und Werten des Mgazins fundamental widerspricht.

In einer Presseerklärung vom Februar stellte das Magazin deutlich klar, dass es für sie unerträglich ist,

dass wenige Tage nach dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, unser Magazin mit Positionen eines politischen Brandstifters in Zusammenhang gebracht wird, dessen Gedankengut sich offensichtlich aus Antisemitismus und  der Relativierung des Holocaust speist. Wir werden uns weiterhin für einen engagierten, streitbaren Journalismus stark machen. Dazu gehört auch, dass wir nicht akzeptieren können, wenn versucht wird, die journalistische Freiheit zur Diffamierung von Personen und Gruppen auszunutzen.

Demnach kann ich die „Löschaktion“ des Magazin nur ausdrücklich begrüßen. Ich kann nachvollziehen, dass das Magazin MÄNNER sich klar positioniert und nicht mehr mit ihrem bis vor kurzem tätigen Chefredakteur David Berger in Zusammenhang gebracht werden möchte. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass sich David Berger in letzter Zeit scheinbar immer mehr der AfD annähert.

Dass dieser „Säuberungsaktion“ auch wichtige Beiträge von Interviewpartnern zum Opfer gefallen sind, ist sicherlich schmerzlich, jedoch erstmal unvermeidlich gewesen. So kann der wohl bekannteste Wohnblogger Bastian „WOHNPRINZ“ derzeit diese Aktion nicht nachvollziehen.

Sein durchaus wichtiges Video zum Thema Homophobie „Ich hab die Schnauze voll“

 

fiel dieser Aktion auch zum Opfer. In seinem Videobeitrag vom gestrigen Tag äußerte er sich dazu.

 

Verständlich, dass der WOHNPRINZ enttäuscht ist, dass sein Videobeitrag in diesem Zusammenhang von der Webseite des Magazins genommen wurde. Allerdings – wenn ich Kriss Rudolph – richtig verstanden habe, werden einige Beiträge nach einer Sondierungsphase ihren Weg mit einem neuen Beitrag zurück auf die Webseite finden. Sicherlich wird auch das Video vom Wohnprinzen mit dabei sein.

Verständlich ist auch, dass man aufgrund des Urheberrechts nicht einfach den Namen des Verfassers der Beitrags ändern konnte.

Klar, dass David Berger und seine Anhänger nun von Zensur sprechen. Ich persönlich sehe das nicht als Zensur. Ebenso sehe ich es nicht als Respektlosigkeit gegenüber Interviewpartnern des Magazins, sondern als wichtigen Schritt zur Distanzierung von einem nicht tragbaren Chefredakteur und ich finde diese Aktion im Zusammenhang mit einer Neuausrichtung des Magazins für richtig und wichtig. Unabhängig davon steht es David Berger doch frei, die während seiner Zeit beim Magazin MÄNNER verfassten Beiträge auf seiner neuen Webseite gaystream.info zur Verfügung zu stellen.

Nun seid ihr gefragt! Was meint ihr? War diese „Löschungsaktion“ des Magazins MÄNNER richtig oder haltet ihr das für einen falschen Weg? Schreibt doch Eure Meinung in die Kommentare

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