In vier Monaten ist Heilig Abend

Heilig AbendFoto: © irisphoto11 , Foto-ID: 17627747 , depositphotos.com

Heute bin ich mit einem Riesenschrecken wach geworden. Ein Blick auf den Kalender bestätigte mein ungutes Gefühl. Heute ist der 24. August und in vier Monaten ist Heilig Abend. Ohje, das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Mit meinem Morgenkaffee in der Hand las ich die ersten News meiner Facebook-Timeline und da erwischte es mich auch gleich mit voller Wucht. radioBERLIN 88,8 schrieb:

Die ersten Lebkuchen liegen schon in den Supermarkt-Regalen. Ist es dafür noch zu früh? Welche Lebkuchen habt Ihr denn schon gegessen?

Zeitgleich flötete das Radio den heutigen Wetterbericht. „Sonnig, mit einer Höchsttemperatur von 27°C.“ Lebkuchen bei diesen sommerlichen Temperaturen … naja.

Als ich später in den Supermarkt ging, grinsten mich auch schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner an und sofort hatte ich ein schlechtes Gewissen. Mir fiel ein, dass ich noch keine Geschenke habe, nicht mal annähernd eine Idee, was ich schenken könnte. Gut, materielle Dinge sind eh überbewertet und mir wird schon noch etwas Gescheites einfallen.

Viel schlimmer war der Gedanke daran, dass das Weihnachtsmenü noch nicht geplant ist. Was soll es an Heilig Abend zu essen geben. Diesen typisch Berliner Kartoffelsalat und Würstchen-Kram kommt bei uns nicht ins Haus. Seit Generationen gibt es bei uns jedes Jahr Wild. Wird es aber dieses Jahr einen Rehbraten oder eher einen Wildschweinbraten geben und was ist eigentlich mit den Beilagen? Rotkohl, Rosenkohl oder beides? Klöße – welche? Halb und Halb oder doch lieber rohe oder auch grüne Klöße genannt?

Ganz benommen wankte ich nach Hause und ließ mich auf einen Stuhl fallen. Das Klingeln meines Telefons riss mich aus meinen Gedanken und jagte mir erneut einen Schreck ein. Auf dem Display stand „Eltern“. „Achherrje“ dachte ich – meine Mutter wird wohl auch soeben auf den Kalender geschaut haben und mich nun zum Weihnachtsmenü befragen wollen. Weit gefehlt. Mein Vater war am Telefon und erzählte mir, dass er sein Auto zur Durchsicht in die Werkstatt gebracht hat und sich ein Angebot für den nachträglichen Einbau einer Einparkhilfe angefordert hätte. Nach dem wir noch so über das alltägliche Bla,Bla gesprochen haben, übergab er den Hörer meiner Mutter, die auch noch mit mir sprechen wollte.

„Hast Du gehört“ sagte sie, „Papa will sich eine Einparkhilfe in sein Auto einbauen lassen. Es ist doch bald Weihnachten und Geburtstag hat er vorher auch noch“ hörte ich sie sagen. „Da könnten wir doch mal überlegen, ob wir ihm das nicht schenken wollen.“

Bevor ich überhaupt darüber nachdenken und irgendetwas dazu sagen konnte, meinte meine Mutter noch „Ich weiß noch gar nicht, was es Heilig Abend zu essen geben und was für Beilagen ich eigentlich machen soll? Rotkohl, Kartoffeln oder Klöße? Welche?“

„Warst Du heute schon im Supermarkt?“ stöhnte ich.
„Nein wieso?“
„Na ich dachte nur.“
„Verstehe ich nicht.“
„Naja, die haben schon Schoko-Weihnachtsmänner und die grinsten mich heute an und machten ein schlechtes Gewissen, dass man noch nicht vorbereitet sei. Hätte ja sein können, dass Du die heute auch gesehen hast.“
„Nein, die habe ich noch nicht gesehen. Ich habe heute nur auf den Kalender geschaut und da fiel mir auf, dass in 4 Monaten Heilig Abend ist. Haben die schon Lebkuchen?“
„Ja“ antwortete ich „Wieso?“
„Ich muss los“ hörte ich meine Mutter sagen und im Hörer knackte es. Aufgelegt.

Wie sehen denn Eure Weihnachtsvorbereitungen aus? Seit ihr im Zeitplan oder kommt für Euch das Fest der Feste auch ganz überraschend?

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