Hunde haben es nicht leicht

Hundeverbot an Krumme Lanke und Schlachtensee

Mit Beginn der Badesaison in Berlin dürfen ab dem 15. Mai die Fellnasen nicht mehr mit an den See. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat ein Hundeverbot verhängt und möchte damit die Gesundheit der Badegäste schützen. Hunde dürfen dann nur noch nördlich der Seen auf dem Waldweg entlang ausgeführt werden. Hunde dürfen in den Seen ohnehin nicht baden – das ist nur im Grunewaldsee möglich.

Die GRÜNEN verteiden die neue Regelung und argumentieren damit, dass Schlachtensee und Krumme Lanke als EU-Badestelle gemeldet und ausgewiesen sind. Weiteres Argument ist, dass es immer wieder Konflikte zwischen Mensch und Hund gegeben habe. Zudem soll die Gesundheit der Badegäste gesichert werden, da von den Hunden Keime und Parasiten wie Hundebandwurm oder Hundespulwurm in die Gewässer gelangen. Dem Grunewaldsee wurde wegen der schlechten Wasserqualität der Status als EU-Badesee bereits aberkannt. Mit der neuen Regelegung möchte man das bei den beiden See vermeiden.

Fellnasen als Krankheitsüberträger

Das Wort Zoonose kennt heutzutage fast jeder Tierbesitzer. Dies sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen, aber auch vom Mensch auf das Tier übertragen werden können.

Tollwut

Tollwut ist eine Virusinfektion, die beim Hund, aber auch beim Mensch fast immer tödlich verläuft. Diese wird durch Bissverletzungen übertragen. Aber auch durch kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute kann das Virus eindringen. Die Inkubationszeit (Ansteckung bis hin zu ersten Symptomen) liegt beim Menschen zwischen 4 Wochen und 3 Monaten. Es zeigen sich grippeartige Symptome. Der Virus versursacht fast immer eine Enzephalitis (Gehirnhautentzündung), oder Myelitis (Rückenmarksentzündung). Später stellen sich auch Schluckbeschwerden, Lähmungen und die typischen Wutanfälle ein. Schützen kann man sich nur mit einer Impfung.

Hundebandwurm

Beim Hund meist unproblematisch, kann es beim Menschen  äußerst gefährlich werden und zu einer zystischen Echinokokkose (Bildung von Zysten durch die Larven) kommen. Dabei siedeln sich die Larven in verschiedenen Organen des Menschens an. Die Zysten können operativ entfernt werden, wobei dieser Eingriff nicht ohne Gefahren besteht, da eine Ruptur (Aufplatzen) dieser, zu einer Aussaat im Körper führt.

Das sind nur zwei von einer Vielzahl von Krankheiten, die von Fiffi auf uns Menschen übertragen und sehr unangenehm für uns werden können. Das Risiko sich bei anderen Menschen mit Krankheiten anzustecken ist bei weitem höher.

Fellnasen und die Vorurteile

1. Hunde gehören nicht in die Stadt

Foto: javier brosch - Fotolia.com

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Hunde gehören überall dorthin, wo sie von ihren Menschen geliebt und geachtet werden. Sicherlich ist es in der Stadt lauter, als auf dem Land. Aber nun hält sich ja Fiffi nicht ständig an Bahnhöfen oder Hauptverkehrsstraßen auf. Hunde laufen lieber durch grüne Parks und ruhigere Seitenstraßen. Hunde können sich ebenso schnell an ein permanentes Hintergrundgeräusch gewöhnen wie wir. Meistens nehmen sie sie überhaupt nicht mehr wahr. Stadthunde müssen mehrmals täglich von ihren Dosenöffnern ausgeführt werden, lernen dadurch viel und kommen in Kontakt mit fremden und vertrauten Artgenossen. Hunden, die sich zu einem Menschen oder einer Familie ganz und gar zugehörig fühlen und eine Ausbildung bekommen haben, ist es gleichgültig, wo sie leben. Wichtig ist, dass sie sich wichtig und anerkannt fühlen!

2. Parks sind nicht für Hunde da

Wenn Hunde im Park fehlen, fehlt dem Park viel Leben und wie langweilig und wenig genutzt sind dann solche Parks. Es ist auch zu beobachten, dass die Anzahl der Jogger weniger wird,  wenn Hunde in Parks verboten wurden. Der Grund: Die Parks sind zu manchen Zeiten menschenleer – und wer läuft schon gerne in der Dämmerung durch ein verlassenen Park? Zudem werden Hunde vom überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht als Bedrohung empfunden – im Gegenteil: Sie erhöhen das Sicherheitsgefühl von Spaziergängern, SeniorInnen, Müttern mit Kindern und Sportlern! Fazit: Hunde gehören in den Park. Wo sollen sie auch sonst sich austoben können?

3. Hunde sind eine Sicherheitsgefahr

Grundsätzlich kann jeder Hund zu einem Sicherheitsrisiko werden, wenn er als Welpe nicht richtig sozialisiert wurde und dann in unerfahrene oder falsche Hände gerät. Deshalb wäre ein Hundeführerschein für alle sinnvoll. Er wird das Sicherheitsgefühl der Menschen erhöhen, die keinen Hund haben und er verpflichtet Hundehalter dazu, ihren Hund gut zu erziehen. Dann können wir uns alle weitgehend sicher sein. Hunde, die frei laufen dürfen sind nachgewiesenermaßen erzogen und bleiben auch in stressigen Situationen ruhig und gelassen.

4. Hunde machen Dreck

In der Haudehauptstadt Berlin werden täglich 20.000 – 40.000 Tonnen Hundedreck produziert, je nachdem, ob man die Zahl der angemeldeten Hunde oder eine geschätzte Zahl Tiere zu Grunde legt. Dass der eigene Hund ein natürliches Bedürfnis hat, sollten Hundehalter deshalb immer im Auge behalten und im Fall der Fälle tatkräftig zur mitgebrachten Tüte greifen. Nicht nur, dass ein Haufen auf dem Gehweg oder auf der Liegewiese kein ästhetischer Anblick ist: Man kann auch in ihn reintreten!
Spätestens ab diesem Moment ist ekeliger Hundekot nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gefahr für die Gesundheit. Auf diese Weise können Würmer und Infektionskrankheiten übertragen werden. Die Erreger finden hierbei durch die Schuhe den Weg in Wohnungen.
Tatsächlich sammelt allerdings die große Mehrheit der Hundehalter auf, was ihr Hund fallen gelassen hat. So landet die Tüte mit vielen Millionen anderer auf der Müllhalde und verursacht weiterhin Kosten, aber wenigstens keinen Ärger mehr. Für die Beseitigung der Hinterlassenschaft zahlen die Hundehalter Steuern. Wie sieht es allerdings mit der Müllproduktion der Stubentiger aus? Zählt die Stadtreinigung auch die Tonnen Katzenstreu, die täglich in Großstädten als Müll anfallen?

5. Hunde sind laut

Ruhestörer gibt es in der Stadt überall, besonders unter den Menschen. Und es gibt Hunde, die nicht gelernt haben alleine zu bleiben. Deshalb nerven Sie die gesamte Nachbarschaft mit ihrem monotonen Gekläffe. Die meisten Hunde dürfen jedoch in der Stadt am Leben ihrer Menschen teilnehmen. Sie kommen mit in’s Büro oder holen die Kinder vom Kindergarten ab. Alleine bleiben müssen sie nur selten und wenn ihre Dosenöffner gelernt haben, dass man nicht bellen muss, damit der Rest des Rudels wiederkommt. Er kommt wieder, ganz sicher. Diese Hunde nutzen die Ruhe deshalb für ein Schläfchen. Schlafende Hunde hört man nicht und deshalb weiß keiner, wie viel ruhiger als Menschen Hunde in der Stadt sind.

Online-Petition

Eine Berlinerin hat gegen das Fellnasen-Verbot an Krumme Lanke und Schlachtensee eine Online-Petition gestartet.

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