Filmdarstellerin und Malerin Roswitha Selle

Roswitha Selle, FilmdarstellerinFoto: Roswitha Selle

Heute stelle ich Euch Roswitha Selle vor. Nein, Roswitha ist nicht meine Mutter, auch wenn das einige vielleicht vermuten würden, aber das würde rein biologisch gesehen schon nicht funktionieren. Wir sind beide nicht einmal mit miteinander verwandt. Unsere Namensgleichheit ist rein zufällig. Roswitha kenne ich durch meine Nachbarin und Freundin Martina Tagliamento bisher lediglich über Facebook. Roswitha arbeitet ebenso wie Martina als Darstellerin – beide jedoch in unterschiedlichen Segmenten.

Als Kind wußte Roswitha Selle, genau was sie werden wollte. Nämlich Künstlerin. Sie liebte die Malereien, ging gern mit ihrem Vater in Galerien und Ausstellungen von Heinrich Zille, Otto Nagel, Rembrandt, Picasso bis Hundertwasser. Als sie den Film van Gogh sah, wusste sie es ganz genau. „Das will ich auch, ich will Filme machen!“

Nun verläuft das Leben oft anders als erträumt, wie bei so vielen Menschen auch. Sie wurde Laborassistentin, Buchhalterin und dann Projektmangerin. Die Zeit verging wie im Fluge.

Wie es begann

Alles begann durch eine schwere Krankheit vor 10 Jahren, bei der sie zu erblinden drohte. Dies veränderte ihr Leben drastisch – und die Krankheit veränderte sie. Roswitha schaltete mehrere Gänge zurück und dachte viel über ihr Leben nach. Da fiel ihr wieder ihr Kindheitstraum ein.

2009 fand sie einen Aufruf einer Agentur, die Komparsen für den Film Inglourious Basterds suchten. Anfangs zögerlich meldete sich schließlich an und wurde eingeladen, um Fotos zu machen. Dies war der Anfang der Verwirklichung ihres Kindheitstraumes und so begann nach der Krankheit wieder eine neue schöne Zeit. Nun ist sie Filmdarstellerin und hat ihren Kindheitstraum ein stückweit verwirklichen können.

Ihre Filmprojekte

Roswitha sitzend

Foto: Roswitha Selle

Ihr erster Einsatz war beim Film die Grenze, gleich ein Massendreh , dann kam „Drei“ und „Wir sind die Nacht“ als Komparsin. Jedes mal war sie aufgeregt und machte ständig Fotos wo sie durfte und konnte. Sie merkte aber auch, dass dieser Job sehr anstrengend sein kann und sie allen Witterungen standhalten muss. Einmal stand sie bei gefühlten -30 Grad bei * unknown white male“ in der Friedrichstraße. Die Schuhe waren beim Warten festgefroren.

Bei einer anderen Serie, spielte sie in einer Szene im Frühling. Allerdings war der Dreh im Winter bei -20 Grad. Die Brötchen, die als Verpflegung ins Zelt gebracht wurden, waren kurze Zeit später tiefgefroren.

All das schreckte sie nicht ab. Der Dreh mit Roland Emmerich begann genau am 1. April 2010 und ging über 3 Monate. Die Zeit war für Roswitha Selle eine sehr prägende Zeit. 2011 spielte sie in dem Studentendreh „Ihr Brief zur Hochzeit“ eine eifersüchtige Frau in einer Kneipe. Das war ihr erster Dialog und sie durfte diesen mit einer ihrer Lieblingsschauspielerinnen machen, Corinna Harfouch.

In dem Kurzfilm „Über rauhem Grund“ da spielte sie 2012 die Witha. Youdid Kahveci erhielt für diesen Film weltweit viele Auszeichnungen und sie war ein kleiner Teil davon.

In Anna und die Liebe rettete sie ihr als OP Schwester das Leben und bei Doc meets Dorf machte sie als Komparsin mit. Der Dreh für den Zweiteiler „Die Nacht über Berlin“ fand im Hangar vom Flughafen Tempelhof statt und es waren sehr beeindruckende Drehtage. Ihre erste offizelle Minisprechrolle bekam sie als Putzfrau Ursula in einer ZDF Reihe, „Der zweite Mann“. Aber eine besondere Erfahrung konnte sie wieder bei einem weiteren Studentenfilm sammeln.

In dem Kurzfilm Elswehre/ Woanders spielte Roswitha die MS-Kranke Gabi. Das war nicht ganz so einfach, da sie sich erst über die Krankheit ausführlich informieren musste, um sich in die Rolle hineinfinden zu können. Diese Rolle erinnerte sie an ihre eigene schwere Krankheit und es war ihr daher ein wichtiges Anliegen, dieses Thema zu unterstützen.

2013 war sie sehr aktiv. Es gab viele interessante Drehs wie beispielsweise Bornholmer Straße, Spreewaldkrimi, Frauenherzen uvm. wo sie als Komparsin leidenschaftlich mitwirkte. In dem Actionfilm „Agent 47/Hitman“, der demnächst in die Kinos kommen wird, war ihre gesamte Kondition gefragt.

Seit einiger Zeit nimmt Roswitha an einer privaten Schauspielschule Unterricht. Obwohl Roswitha Selle keine professionelle Ausbildung als Schauspielerin hat, sieht sie ihre Tätigkeit als Filmdarstellerin mittlerweile als Beruf.

Fotomodell und Malerei

Roswitha Selle, Filmdarstellerin

Foto: Roswitha Selle

Neben ihrer Tätigkeit als Filmdarstellerin arbeitet Roswitha Selle auch als Fotomodell. Besonders interessant war das Fotoshooting in der DDR-Museumswohnung in Hellersdorf. In dem Kunstprojekt anti.mono.stereo des jungen, talentierten Künstlers Tomaso Baldessarini ist sie eines von 300 Gesichtern. Dass dies ein besonders bewegendes Projekt werden sollte, ahnte sie anfangs nicht.

In diesem Jahr wird es wieder spannende und neue Herausforderungen für Roswitha Selle geben. Eine große Herausforderung wird das Theaterspielen werden, an das sie sich heranwagen wird.

 Malerei

Roswitha Selle | selbst gemaltes Bild - Dreamland 01.09.2014

Foto: Roswitha Selle | selbst gemaltes Bild – Dreamland 01.09.2014

 

Wer sich fragt, was aus der Malerei geworden ist. Nun, immer wenn sie die Muse küsst, malt Roswitha Selle um zu entspannen oder einfach aus Freude.

Sie hat gelernt, das Leben so anzunehmen, wie es kommt.

 

 

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