Online-Petition gegen Promi-Ansagen in der U2

Promi-Ansagen U2

Seit dem 20. Januar bis zum 28. Februar sagen auf der U2 Prominente derzeit die Stationen an. In meinem Beitrag „Mach mal ne Ansage“ berichtete ich darüber. Die Idee stammt ursprünglich aus Hamburg und fand im Jahr 2013 in der Hansestadt großen Anklang.

Die Idee finde ich witzig, originell und ich denke, dass die Aktion des Senders radioBerlin 88,8 und der BVG ein wenig Abwechslung in das alltägliche U-Bahnfahren bringt. Bei meiner täglichen Fahrt mit der U2 konnte ich den Gesichtern der Fahrgäste ein Schmunzeln entnehmen. Besonders bei denen, die die U2 scheinbar nicht täglich nutzen und viele Berlin-Besucher schauten ganz erstaunt, wenn sie die Ansagen von Katja Riemann, Matthias Schweighöfer, Jan-Josef Liefers, Brigitte Grothum & Co. vernahmen.

Nun fühlt sich Ruth Herzberg aus Pankow, die täglich mit der U2 zur Arbeit und wieder nach Hause fährt, von den Promi-Ansagen derart belästigt, dass sie eine Online-Petition gegen diese Promi-Ansagen gestartet hat.
Irgendwann fand sie:

„Es muss jemand was sagen.“ Zu viele Seufzer hat sie gehört und verdrehte Augen gesehen in der U2. „Für eine sofortige Beendigung der sogenannten Promi-Ansagen in der U-Bahn.“ startete sie ihre Online-Petition.

Die Online-Unterschriftensammlung begründet sie wie folgt:

Das Ansagenlassen der Stationen durch sogenannte Prominente verursacht bei den BVG Fahrgästen peinliches Unbehagen. Sehr viele Berliner sind auf die tägliche Benutzung der U- Bahn angewiesen und werden durch diese Ansagen tagtäglich belästigt. Die zahlenden BVG Benutzer sollten das Recht haben, von BVG Marketing Spielchen und Radio- Kooperationen, sowie den Profilneurosen von Prominenten, unbehelligt ihres Weges fahren zu dürfen. Die Ansagen sind ein zusätzlicher Stressfaktor auf dem Arbeitsweg und eine Verhöhnung der Menschen, die zur Arbeit fahren und sich nun während der U- Bahnfahrt nicht mehr entspannen können. Bitte zeigen Sie Größe und beenden Sie sofort das Ansagen der U- Bahnstationen durch Prominente und Andere. Lassen Sie die Menschen in Ruhe U- Bahn fahren und entschuldigen Sie sich bei Ihren Fahrgästen für die unglaubliche Belästigung und den Stress, der durch die Prominenten- Ansagen verursacht wird.

Bisher hat sie für ihre Online-Petition 208 Unterschriften erhalten – 15.000 Unterschriften sind notwendig. Die Online-Petition läuft noch 8 Tage und ich bezweifle stark, dass die Initiatorin die notwendigen Unterschriften erhalten wird.

Ab März sagen dann einen Monat lang Berlinerinnen und Berliner die Stationen an. So sagt dann Kurt aus Schöneberg den Nollendorfplatz an, Kerstin aus Neukölln die Bülowstraße und Torsten aus Marzahn ist bei der Station Gleisdreick für das rechtzeitige Aussteigen zuständig. Die Ansagen der Berlinerinnen und Berliner könnt ihr Euch hier anhören. Danach ist die Aktion beendet.

Einige Unterstützer der Online-Petition kommentieren diese so:

Es nervt, irritiert Touristen und ist kein Stück lustig.

Als Wichtigstes: Die Stationsansagen gehen in dem Selbstdarstellungsgequatsche unter – Es nervt mich, egal ob Promi oder nicht. Es gibt genug Werbung.

Mega nervig diese Pseudo Show – vorallem wenn man die Strecke öfter fährt und sich dann jedesmal den Geltungsdrang der B-Promis anhören muss. Abgesehen davon, dass Touris verwirrt kucken, weil sie die Stationsnamen nicht verstehen. So ein dämliche Aktion. Reicht doch, dass alle Fenster mit Werbung voll sind. Damit müssten doch schon genug Werbeeinnahmen reinkommen.

Ansagen müssen kurz, klar und schnell erfassbar sein. Alles andere ist Schnickschnack und verwirrt nur. Und natürlich fühle ich mich belästigt.

Es ist mir wichtig und bestimmt auch vielen Touristen, daß die Ansage in einer deutlichen Aussprache erfolgt. Es dürfte viele, insbesondere auch ältere Menschen verwirren, wenn auf einmal jemand sich vorstellt (oft undeutlich gesprochen) und dann der Stationsname gesprochen wird.

Bahnfahrten sind so schon nervig genug, da brauch ich nicht auch noch diese akustische Umweltverschmutzung oben drauf!

Mich nerven die Selbstdarstellungen der „Prominenten“. Nach Möglichkeit „umfahre“ ich die U 2, auch wenn’s dadurch bis zu 20 Min. länger dauert.

Ich hatte bereits eine Beschwerde an die BVG geschrieben. und erhielt als Antwort, daß die Sache im Februar vorbei sei,.nun soll sie im März weiteergehen:UNERTRÄGLICH!!! Dieser Lärmsmog, der von der BVG noch unterstützt wird.

Ich bin von meiner Stadt enttäuscht. Berlin als weltoffene, tolerante Stadt hält doch einen Monat lang solche Promi-Ansagen auf einer von vielen U-Bahnlinien aus. Sind wir Berlinerinnen und Berliner doch nicht so weltoffen, wie wir immer tun. Liegt es in unserer Natur Ungewohntes erstmal zu benörgeln? Oder sind die Kommentare nur Einzelmeinungen einiger Spießer, die nach Berlin zugezogen sind?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Fühlt ihr Euch von den Promi-Ansagen auch derart genervt, dass ihr die Online-Petition unterstützen würdet? Schreibt doch einfach mal Eure Meinung in den Kommentaren.

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3 Kommentare zu Online-Petition gegen Promi-Ansagen in der U2

  1. Hallo,

    das ist pillepalle!!!
    seit einiger Zeit ist mir einfach zu viel los in Berlins U-Bahnen! Ein Motz Verkäufer nach dem anderen, Rumänische Musikanten und Bettler in der U-Bahn. Deswegen habe ich einen Versuch gestartet Unterschriften zu sammeln. Ich habe nichts gegen Motz Verkäufer, GUTE Musikanten und mir tun auch viele Straßenpenner leid. Dies ist nicht Abwertend gegen den einzelnen Menschen und dessen Schicksal gemeint, dennoch ist es mir einfach zu viel geworden und daher würde ich mir wünschen das dieses Problem zumindest eingegrenzt wird!

    Ich freue mich über Gleichgesinnte, jede einzelne Unterschrift und natürlich die Verbreitung des Untenstehenden Links ggf. einen Aufruf auf Eurer Seite!

    Mfg

    https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-bettler-musikanten-und-motz-verkaeufer-in-der-u-bahn

  2. Martin Schneider | 23. Februar 2015 um 12:58 | Antworten

    Die Petition hat recht! Mir geht diese schleichende Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes total auf die Nerven. Man kann keinen Schritt mehr tun ohne Werbung und nun hat man auch noch diese Leute im Ohr und kann nicht weghören. Ich versuche in der U-Bahn zu lesen, und dabei stört diese Werbung total. Und es ist nunmal Werbung: Für diesen primitiven Gute-Laue-Sender, der seine eigenen Ansager auch gleich mal als „Prominente“ zwischen Riemann, Hallervorden & Co gemogelt hat und die BVG-Chefin sich auch gleich mit. Das Ganze ist nicht weltoffen, sondern provinziell, denn die internationalen Gäste kennen Flitzpiepen wie Hallervorden natürlich nicht und suchen nun vergeblich den Hallervorden-Platz im U-Bahn-Plan, weil sie nichteinmal mehr Bahnhof verstehen. Die ganze bescheuerte Aktion hat 170.000 Euro gekostet und wir alle zahlen das. Ich mache drei Kreuze wenn dieser Müll endlich vorbei ist und hoffe, dass er nicht Schule machen wird.

  3. oh man, stöhn, haben die alle nichts anderes zu tun? Ich verkneif mir ja schon zu schreiben „nichts besseres“, aber dieser Kinderkram geht mir echt gegen den Strich. Frau Herzberg, sind ihre Erbsen alle? Ich hab noch ein paar zum zählen!

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